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Letzte Tag in Bahir Dar

Heute mussten wir bereits um 7.30 Uhr abfahrbereit sein, da wir einen Ausflug auf die Klosterinseln gemacht haben.

Zunächst aber musste ich mal wieder feststellen, mit was für einer Selbstverständlichkeit wir Duschen oder den Wasserhahn aufdrehen und wissen, dass daraus Wasser kommt; warmes und kaltes und davon soviel wie wir wollen. Das das nicht selbstverständlich ist lernt man in Afrika. Am ersten Tag hatte ich nur kaltes Wasser zum duschen und dann auch mal gar keins. Das Problem wurde immer schnell gelöst, aber trotzdem ist es eben anderes als bei uns.

Aber zurück zu unserem Ausflug. Im äthiopischen Straßenverkehr sollte ein Autoteil auf gar keinen Fall defekt sein und das ist die Hupe. Mit ihr sagt man: Platz da, hier komme ich und zeigt den anderen Verkehrsteilnehmern, dass sie warten oder Platz machen sollen. Das System scheint gut zu funktionieren und so braucht man auch nicht so viele Ampeln :-).

Mit einem kleinen Motorboot ging es dann über den Tannersee, der achtmal so groß ist, wie der Bodensee. Man sollte hier gedoch tunlichst vermeiden ein Körperteil ins Wasser zu halten, da dies die Gesundheit dauerhaft schädigen könnte. Witzigerweise ist es jedoch unbedenklich Fisch aus dem See zu essen.

Auf den zahlreichen (Halb)Inseln stehen KLosterkirchen von denen wir eine besichtigt haben. Es war ein rundes Gebäude, dessen Inneres ausschließlich den Priestern vorgesehen ist. Der äußere Ring kann wiederum für 100 Birr (4€) besichtigt werden. Überall an den Wänden finden sich handgemalte Bilder der bieblischen Geshichte, die uns vom einem Guide gezeigt wurden. Die Menschen sind hier sehr gläubig und so wurde unter anderem der hölzerne Jesus erst einmal geküsst. Auf dem Weg zur Kirche gab es zahlreiche Souvenirshops und hier habe dann auch ich nicht widerstehen können und mir zwei Ketten und einen Schal gekauft.

Nach dem Mittagessen im Kinderdorf kamen dann noch die Kinder um sich die Ausstellung des Vortages mit ihren Bildern anzusehen. Ich kann Euch sagen, wenn um die 100 Kinder auf einem Haufen sind, dann ist Party angesagt. Auch wenn es für mich Super ist, dass viele der Kids unbedingt fotografiert werden wollen, so geht es doch manchmal recht rabiat dabei zu einen Platz vor meiner Linse zu ergattern. Auch Roza war mit von der Partie und sah heute mit ihrem weißen Oberteil und türkisem Rock einfach bezaubern aus. Roza hat eine ganz dunkle Hautfarbe und da steht ihr weiß natürlich super. 
Aber es gibt auch noch einige andere Kinder, die mich besonders ins Herz geschlossen haben wie zum Beispiel Merol die mir ein Foto von sich schenkte oder ein paar andere Mädchen von denen ich leider die Namen nicht weiß. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn einem Kinder mit soviel Offenheit und Liebesbedarf umgeben. 
Als wir mitsamt unserem Gepäck von unseren Zimmern zum Parkplatz gingen hatten wir einen Pulk von Kindern um uns. Da meine eine Hand mit dem Koffer belegt war, hatte ich Kinder an der verbleibenden Hand, am Arm und zwei kleine fassten noch den Koffer an. Als wir auf unseren Fahrer warteten gab es viele Küße, feste Umarmungen und nicht loslassen wollen. Unsere drei Perlen, die uns in den letzten Tagen kulinarisch versorgt haben auch unsere Zimmer in Schuß hielten drückten uns noch "Pommes to Go" in die Hand und dann ging es Richtung Flughafen.

Kurz davor wurden wir dann angehalten. Unsere Pässe und Flugtickets wurden kontrolliert der Soldat schaute auch in unseren Wagen. Kinder rauszuschmuggeln wäre also schwer gewesen ;-) 

Der Flughafen wirkte, als wäre er gar nicht in Betrieb, so wenig war hier los. Direkt nach dem Eintreten gab es eine Koffer- und Personenkontrolle und da der Check In Shalter noch gar nicht besetzt war, machten wir mit dem ganzen Gepäck direkt wieder kehrt um noch ein Kaltgetränk an der Bretterbude vor dem Flughafen zu nehmen. Ca. 30 Minuten nach geplanten Abflug ging es dann auch endlich los und nun sitze ich im Flieger nach Addis und schreibe diesen Bericht. Im Gegensatz zu 18 Dollar und zehn Stunden Busfahrt haben wir uns für den Rückweg dann doch für den Flug entschieden, der 50€ kostet und nur eine Stunde dauert!

Nun haben wir noch eine Nacht In Addis bevor es wieder nach Deutschland geht. Ich hatte im Vorfeld der Reise etwas Sorge, dass ich hier viel Elend sehe, was mich emotional stark mitnehmen wird, aber im Moment bin ich voller schöner Erinnerungen an die letzten Tage. Natürlich gibt es hier viel Elend und Armut unter der vor allem die Kinder leiden, aber es gibt auch ganz viel Gastfreundschaft, Offenheit und Liebe und es gibt Menschen, die die Lage der Kinder verbessern und verbessern wollen. Was sie dazu benötigen ist vor allem Geld und es gibt glücklicherweise auch viele Menschen, die bereit sind etwas von ihrem für andere abzugeben.

1 Kommentar 31.10.14 21:02, kommentieren

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Partnerschaft zweier Kinderdörfer

Am Donnerstag sind wir in die Stadt gefahren um die Fotos für unsere Ausstellung entwickeln zu lassen. Da der Markt praktischerweise auf dem Weg lag ;-), haben wir dort noch einen kleinen Zwischenstopp eingelegt. Im Vergleich zu Addis, war das schauen und shoppen hier sehr entspannt. Auch wenn wir natürlich das eine oder andere Mal angequatscht wurden. 
Es ist schon immer wieder faszinierend, was man auf diesen Märkten so alles finden kann: Plastikschüsseln, Eier die in der prallen Sonne stehen, Gewürze, Kaffeebohnen, Obst, Gemüse, Klamotten und und und.

Am Nachmittag war dann großes Kino angesagt, denn es wurde die Partnerschaft vom Kinderdorf Bahir Dar mit dem Kinderdorf Worpswede gefeiert. Wir hatten die Bilder der Kinder vom "Lieblingsplatz" und zahlreiche Fotos aufgehangen und unsere äthiopischen Kollegen schmückten den Innenhof mit Gras, Blumen, einem Platz für die Kaffeezeremonie und Plastikblumen auf dem "Plenum". Es gab auch einen Plastikbanner, der nach einigen Versuchen und dank zahlreicher Klebestreifen dann auch tatsächlich die komplette Zeremonie an der Wand blieb. 
Neben den Kinderdorfleitern aus Worpswede und Bahir Dar waren noch der Programm Direktor, ein Universitätsprofessor und eine Jugend- und Sozialamtsleiterin als Redner geladen. Die Kinderdorfmütter und Mitarbeiter waren als Zuhörer vor Ort und sogar ein nationales Fernsehteam war mit von der Partie. Nach diversen Reden bedankten sich unsere äthiopischen Kollegen für unseren Besuch und bekräftigten, wie sehr sie sich über die Patenschaft freuen. Zu guter Letzt  überreichen sie uns allen noch einen Wandschmuck mit äthiopischen Sehenswürdigkeiten. Anschließend schnitten wir gemeinsam ein speziell für diese Zeremonie gebackenes Brot durch.
Nach dem offiziellen Teil wurden dann alle zu Speis und Trank eingeladen. Als Ehrengäste bekamen wir zuerst. Es gab Injera mit Fleisch vom Schaaf. Außerdem noch Hackfleisch, das dachte ich zumindest, bis mir meine Kollegen am nächsten Tag lachend mitteilten, dass das die Innereien vom Schaaf waren. Ahhhhhh!!!
Auf jeden Fall habe ich beides ganz mutig probiert und kann Euch sagen, dass Schaaf nicht zu den Dingen gehört, die ich noch einmal essen muss. Glücklicherweise konnte ich meinen Teller irgendwann meinem Kollegen unterschieben. Beim gemütlichen Teil wurden dann auch die Bierkisten rausgeholt und bevor wir uns in die Mitarbeiterrunde einreihten, machten meine Kolleginnen und ich noch einen kurzen Ausflug zu der Kirche, von der wir morgens fast täglich geweckt wurden. Der Fahrer des Kinderorfes und der Sozialarbeiter begleiteten uns, denn unsere Kollegen passen hier immer gut auf uns auf ;-)
Die Kirche liegt auf einem Hügel und oben angekommen erwartete uns eine große Überracshung. Der "Gesang" den wir schon vom Morgen kannten kam aus einem Kassettenrekorder vor dem ein Mikro lag! Unfassbar!

Wieder zurück mussten wir als Deutsche natürlich mit den anderen Bier trinken, was aber für mich aufh nicht so schlimm war, da es ein sehr Mildes war. Es war eine sehr nette Stimmung und auch wenn es uns allen noch immer Schwierigkeiten bereitet, die Namen der Kollegen aussprechen zu können bzw. überhaupt zu wissen. Als sich der Boss dann irgendwann verabschiedete, war das auch das Zeichen für alle anderen zu gehen. Für uns zuerst einmal eine etwas befremdliche Situation, aber andere Länder, andere Sitten ;-).

31.10.14 21:00, kommentieren