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Meine afrikanische beste Freundin Roza

Heute morgen bin ich freiwillig!!! um sechs Uhr aufgestanden, um mir den Sonnenaufgang anzusehen. Leider war dieser nicht ganz so gut zu sehen, aber so habe ich einfach die Atmosphäre des beginnen Tages genossen. Zahlreiche Vögel sorgten für angenehme Musik, Kinder liefen im Schlafanzug zum Stall um dort frische Milch zu holen und wieder andere wässerten den Gemüsegarten. Auch wenn das vielleicht kitschig klingt, so fühlte ich mich sehr im Einklang mit der Natur und habe den ruhigen Start in den Tag sehr genossen.

Nach dem Frühstück stand der Vormittag dann ganz im Zeichen des Austausches, das heißt, die äthiopischen Kollegen haben uns etwas aus ihrer Arbeit erzählt und wir ihnen von unserer. Einer der größten Unterschiede ist, dass die Jugendhilfe in Deutschland Staatsaufgabe ist und deshalb auch von diesem bezahlt wird. In Äthiopien müssen die Non Profit Organisationen die Unterbringung von Kindern als auch Schulen und Kindergärten selber finanzieren. Natürlich gibt es auch staatliche Einrichtungen, aber die sind qualitativ sehr schlecht, weswegen die Hilfsorganisationen eigen Programme haben.

Am Nachmittag durften wir dann an den Aktivitäten der Kinder teilnehmen, d.h. mein Kollege durfte in einer der Fußballmannschaften mitspielen und ich habe etwas Tisch-Tennis gespielt. Wie immer, wenn ich mit der Kamera auftauche, sind die meisten Kinder ganz Wild darauf fotografiert zu werden. Das macht mir natürlich riesen Spass und ich habe schon über 1.000 Bilder gemacht. Die kleine Roza hat mich scheinbar ins Herz geschlossen, denn sie war ständig an meiner Seite, hielt meine Hand und hat netterweise auch den einen oder anderen Satz der anderen Kinder für mich übersetzt. Sie lud mich dann auch in ihr Zuhause und in ihr Zimmer ein. Die Kinderzimmer sind hier sehr spartanisch und haben nur Hochbetten und Kleiderschränke und ggf. einen Schreibtisch. Spielzeug sucht man hier vergebens. Die neunjährige Roza hatte zumindest ein kleines Stofftierpony, natürlich mit rosa Mähne ;-).

Nach dem Fußballspiel gab es dann noch die "Flaggen Zeremonie". Diese findet immer Dienstags und Freitags statt. Alle Kinder und auch die Kinderdorfmütter stellen sich auf, beten gemeinsam und dann holen drei Kinder die Flaggen ein. Danach gab es noch ein paar allgemeine Hinweise an die Kinder bevor sie dann alle in ihre Häuser verschwanden. Roza lud mich ein weites Mal in ihr Zuhause ein um mir ihre Schulhefte zu zeigen. Ihre neun Geschwister und ihre Mutter waren auch Zuhause und natürlich wurde mir sofort ein Kaffee angeboten und kurz danach ein Brot. Ich bin nun Rozas beste Freundin und ich kann Euch sagen, dass hat mich mitten ins Herz getroffen.

P.S. Während ich schrieb fiel gerade ein Nashornkäfer "vom Himmel". Unfassbar wie groß so ein Käfer ist!

29.10.14 07:56

Letzte Einträge: Busfahrt nach Bahir Dar, Kinderdorf, Schule und Familienstärkungsprogramm, Im Wohnzimmer mit 10 Kindern und einem Huhn, Partnerschaft zweier Kinderdörfer, Letzte Tag in Bahir Dar

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