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Im Wohnzimmer mit 10 Kindern und einem Huhn

Den Mittwoch Vormittag habe ich mit Aya, dem Sponsorship Manager verbracht. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die Eckdaten der Kinder zu dokumentieren, wenn diese ins Kinderdorf kommen. Außerdem schreibt er die Entwicklungsberichte der Kinder für dessen Paten und die Berichte der jeweiligen Einrichtungen, denn auch hierfür gibt es Patenschaften. Nachdem ich ursprünglich schon einen kleinen Jungen für eine Patenschaft ins Auge gefasst hatte, hatte ich mir eigentlich überlegt, zukünftig Roza als Patin zu unterstützen. Es stellte sich dann aber heraus, dass Roza schon mehre Paten hat und der kleine Yadiel noch keinen, deshalb wird es dann nun doch der kleine Knirps.

Nach dem Mittagessen haben wir uns dann ein Grundstück angesehen, dass ca. 15 Kilometer vom Kinderdorf entfernt liegt. Da der größte Teil der Strecke Schotterpiste ist, dauerte die Fahrt locker 30 Minuten. Das Grundstück wurde SOS von der Regierung geschenkt und soll als Obst- und Gemüseplantage, für Kühe und Bienen genutzt werden. Dazu müssen die 15 Hektar jedoch zunächst bewirtschaftet werden und das geht nur, wenn Geld für die Farm gespendet wird. Da wir die äthiopischen Kollegen dabei unterstützen möchten haben wir uns das Grundstück angesehen und ein paar Fotos gemacht. Wer also einen Landwirtschaftsbetrieb oder andere kennt, die schon immer eine Obst- und Gemüseplantage in Äthiopien unterstützen wollten, darf diese gerne an mich verweisen ;-)
Im Anschluß waren wir noch kurz beim Martyrs Memorial Monument, einem äthiopischen Monument, das irgendwelchen Märtyrern gedenkt. 

Danach haben wir mit den Kindern das Fotoprojekt mit ihrem Lieblingsplatz durchgeführt. Wie schon in Addis, war es nicht ganz einfach, denn die Kids wollten alle fotografiert werden und da verliert man bei 120 Kindern schon mal leicht den Überblick ;-)

Das Highlight des Tages war unser Besuch in einer Kinderdorffamilie. Die 10jährige Merol hatte uns zu sich eingeladen und so sassen wir mit den Kindern und der Kinderdorfmutter in den Wohnzimmer und haben Tee getrunken, geredet und den kleinen Hühnerstall mit 10 Hühnern bewundert. Uns wurde auch das Gruppenbild der Kinder gezeigt, auf dem auch diejenigen waren, die bereits auf der Uni sind. Das Bildung extrem wichtig ist, wissen hier schon die ganz Kleinen. Hermann Gmeiner kennen im Übrigen auch alle. In jedem Haus steht ein Foto und alle Kinder wissen, das das Hermann ist. Merol hat sogar ein Bild von ihm gemalt, was richtig gut war.
Ich finde es wirklich faszinierend, wie diese Frauen zehn Kinder großziehen und dabei alles sehr harmonisch vonstatten geht. Ok, die Kinder lernen hier auch schon im Kindergarten Disziplin und haben nach der Schule Nachmittagsaktivitäten wie Fußball oder Takewondo und müssen dann abends noch einmal Hausaufgaben machen und lernen. Da bleibt vielleicht auch einfach keine Energie für viel Eigensinn ;-) Drei der Kinder haben versucht mir ein paar Wörter in amharisch beizubringen, aber leider ohne großen Erfolg ;-( 

Es war ein schöner Abend, auch wenn wir uns mehr mit Füßen und Händen verständigt haben, da weder die Mutter noch die Kinder viel Englisch konnten. Trotzdem war ich danach auch sehr nachdenklich, denn alle zehn Kinder sind Waisen und das ist natürlich furchtbar. Als wir dann noch auf unserer Terrasse saßen, kam ein Glühwürmchen, das war toll! ;-)

31.10.14 20:56

Letzte Einträge: Busfahrt nach Bahir Dar, Kinderdorf, Schule und Familienstärkungsprogramm, Meine afrikanische beste Freundin Roza, Partnerschaft zweier Kinderdörfer, Letzte Tag in Bahir Dar

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